Es gibt viele Faktoren, die den Schlaf negativ beeinflussen. Zu den häufigsten zählen anhaltende berufliche oder private Belastungen, schlafbezogene oder andere gesundheitliche Probleme sowie die Einnahme entsprechender Medikamente. Auch Lebensstilfaktoren wie später Kaffeegenuss, unregelmäßige Schlafzeiten und ungünstige Umweltbedingungen spielen eine Rolle.
„Der Schlaf verändert sich häufig im Laufe des Lebens, aber das bedeutet nicht, dass schlechter Schlaf einfach hingenommen werden muss“, erklärt Dr. med. univ. Hannes Tischler, Facharzt für Neurologie im ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran – Bozen. Es gibt eine Reihe einfacher, aber wirkungsvoller Maßnahmen, die den Schlaf verbessern können:
• Ein regelmäßiger Schlafrhythmus auch am Wochenende stabilisiert die innere Uhr.
• Viel natürliches Licht fördert einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus. Spaziergänge oder andere Aktivitäten im Freien helfen zusätzlich, überschüssige Energie abzubauen.
• Ein kurzer Mittagsschlaf von maximal einer halben Stunde kann erholsam sein. Länger zu schlafen ist nicht empfehlenswert, da der Nachtschlaf darunter leiden kann.
• Ruhige, dunkle und gut gelüftete Räume fördern die Schlafqualität, ebenso eine bequeme Matratze und ein kühles Raumklima (ca. 18° C).
• Abendrituale wie z. B. eine Tasse Kräutertee, ein Buch oder leise Musik signalisieren dem Körper, dass es Zeit wird, zur Ruhe zu kommen. Auf Fernsehen oder Smartphone sollte verzichtet werden.
• Alkohol, Koffein und schweres Essen am Abend stören den Schlaf und sollten vermieden werden.
Wenn die Schlafprobleme allerdings trotz der genannten Maßnahmen anhalten, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. „In solchen Fällen kann eine schlafmedizinische Abklärung sinnvoll sein, etwa um andere Ursachen wie Schlafapnoe oder neurologische Erkrankungen auszuschließen“, so Dr. Tischler. Schlafmedikamente sollten keinesfalls routinemäßig eingenommen werden und stellen aufgrund ihrer Nebenwirkungen immer nur die letzte Option dar.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Schlafstörungen zwar häufig sind, oft aber auch bereits durch einfache Maßnahmen wie eine bewusste Gestaltung des Alltags und das Achten auf eine gute Schlafhygiene deutlich verbessert werden können.


