Physiotherapie: Mythen und Wirklichkeit

Rund um die Physiotherapie kursieren zahlreiche Mythen. Doch längst nicht alles, was auf den ersten Blick plausibel erscheint, ist auch wahr. Martina Soracreppa, Physiotherapeutin im ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran – Bozen, klärt auf.

„Bei Schmerzen ist Schonen angesagt.“
Falsch. Absolute Ruhe ist nur in seltenen Fällen nötig. Wer sich bei Rückenschmerzen gar nicht bewegt, riskiert verspannte Muskeln und eine verzögerte Heilung. Moderate, individuell angepasste Bewegung hingegen fördert die Genesung.

„Physiotherapie ist doch nur Massage.“
Einmal Muskeln dehnen und gut? Leider nein. Moderne Physiotherapie umfasst Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining, Haltungsschulung, funktionelle Übungen und manuelle Therapie. Und: Sie geht der Ursache der Schmerzen auf den Grund.

„Schmerz weg, Problem gelöst“
Wenn Schulterschmerzen nach einigen Tagen nachlassen, man danach aber wieder in alte Muster verfällt, kehrt der Schmerz mit großer Wahrscheinlichkeit zurück. Nur die Symptome zu lindern reicht nicht – ohne die richtige Therapie ist das Rückfallrisiko hoch.

„Zur Physio muss man nur nach einer OP.“
Postoperative Therapie ist wichtig, doch noch entscheidender ist Prävention. Frühe physiotherapeutische Unterstützung kann Schmerzen verhindern und invasivere Maßnahmen in vielen Fällen sogar überflüssig machen.

Was wirklich stimmt: Gute Physiotherapie klärt auf, begleitet individuell und wirkt langfristig. Vorsorge und gezielte Therapie machen den entscheidenden Unterschied. Es lohnt sich also, mit Mythen aufzuräumen ...