Grauer Star - grüner Star

Dr. Dagmar Pedri, FA für Augenheilkunde: Die Begriffe Grüner und Grauer Star werden vom Nichtmediziner häufig verwechselt. Der Laie befürchtet außerdem beim Wort „Star“ eine Erblindung. Woher aber kommt dieser Begriff Star?

Das Wort „Star“ hat nichts mit dem Vogel zu tun, sondern hängt mit dem „starren“ Blick bei vollständiger Erblindung zusammen. Unbehandelt können diese beiden Augen-Erkrankungen nämlich wirklich zur Erblindung führen - in Entwicklungsländern!

Beim GRAUEN STAR oder KATARAKT handelt es sich um eine meist altersbedingte Trübung der Linse, die sich über viele Jahre hinweg langsam entwickelt. Im fortgeschrittenen Stadium kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, daher die Bezeichnung Grauer Star. Betroffene bemerken zuerst ein erhöhtes Blendempfinden, dann einen Nebelschleier, der mit der Zeit immer dichter wird. Der Augenarzt kann einen Grauen Star schnell und schmerzfrei im Rahmen einer Visite an der Spaltlampe (binokuläres Mikroskop mit Beleuchtung) erkennen. Die einzige wirksame Methode zur Behandlung des Grauen Stars ist eine Operation.

Mit modernen Operationstechniken kann heute jedoch die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt werden und so wieder zu ungetrübtem Sehvermögen führen. Die Katarakt-Operation ist die häufigste Operation der Medizin überhaupt und ist in geübten Händen meist unproblematisch. Über 90 Prozent der Kataraktoperationen werden heute ambulant und schmerzfrei durchgeführt. Die eigentliche Operation dauert etwa 20 Minuten. Das Sehvermögen des operierten Auges erholt sich je nach Reifegrad des Grauen Stars meist sehr schnell. Nach 6-8 Wochen ist das Auge normalerweise geheilt, dann kann gegebenenfalls eine Brillenpassung gemacht werden (Standardlinsen ermöglichen meist eine sehr gute Fernsicht, Sonderlinsen umfassen Fern- und Nahsicht, gleichen ev. auch Astigmatismen aus).

Der GRÜNE STAR oder GLAUKOM ist eine chronische Augenerkrankung, die ca. 3-4 % der Bevölkerung betrifft und durch meist erhöhten Augendruck zu irreversiblem Sehverlust führt. Der Begriff Glaukom leitet sich vom griechischen Wort „glaukos“ für „bläulich, grünlich“ ab, da die Regenbogenhaut der Betroffenen bläulich-grau erscheinen kann. Daher wird das Glaukom im Volksmund auch als „Grüner Star“ bezeichnet. Der Sehnervenschaden schreitet meist schleichend voran und wird deshalb vom Betroffenen nicht oder zu spät bemerkt.

Risikofaktoren sind das Alter (ab 40 Jahren ), familiäre Vorbelastung, starke Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit ab 5 Dioptrien, aber auch chronische Kortisontherapie (auch in Form von Sprays oder Tabletten) und Diabetes mellitus. Die Therapie des Grünen Stars erfolgt vorwiegend mit Augentropfen. Die moderne Medizin verfügt aber auch über alternative Behandlungsmöglichkeiten durch Laser oder Operationen (z.B. minimalinvasive Eingriffe oder auch im Rahmen einer Kataraktoperation). Sämtliche Therapien zielen auf eine Verminderung des Augeninnendrucks ab.

Es ist ratsam, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zum Augenarzt zu gehen und dort zumindest alle 2 Jahre ein Glaukom-Checkup zu machen. Dieser beinhaltet die Untersuchung des Auges mit dem Spaltlampenmikroskop, die besondere Untersuchung des Sehnervs sowie die Messung des Augeninnendrucks. Bei Auffälligkeiten wird außerdem eine OCT-Untersuchung des Sehnerven und eine Gesichtsfelduntersuchung empfohlen.

 

ST. JOSEF Gesundheitszentrum
Dr. Dagmar Pedri, Fachärztin für Augenheilkunde
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