Ein Blick aufs große Ganze: Warum Herz, Nieren und Stoffwechsel zusammengehören

Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und Nieren sind eng miteinander verbunden. Wer Risiken früh erkennt, hat die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Ein individueller internistischer Check hilft dabei, die entscheidenden Faktoren im Blick zu behalten.

Gesundheit lässt sich nicht in einzelne Organe aufteilen. Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder ein gestörter Zuckerstoffwechsel können nicht nur die Gefäße, sondern langfristig auch Herz und Nieren belasten. Umgekehrt kann eine eingeschränkte Nierenfunktion mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko einhergehen. Am Anfang einer guten Vorsorgesteht deshalb nicht etwa eine lange Liste von Untersuchungen, sondern das persönliche Risikoprofil. Im ärztlichen Gespräch werden Vorerkrankungen, Beschwerden, Medikamente und familiäre Risiken ebenso erfasst wie Lebensstil, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht. Erst aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und gezielt ausgewählten Labor- und Diagnoseverfahren ergibt sich ein aussagekräftiges Gesamtbild.

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab. Ein EKG liefert Hinweise auf die elektrische Aktivität und den Rhythmus des Herzens. Der Knöchel-Arm-Index (ABI) vergleicht den Blutdruck an Arm und Bein und kann Hinweise auf Durchblutungsstörungen der Beine geben. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße macht Veränderungen der Gefäßwand (sog. Plaques) sichtbar. Auch moderne computer- und KI-gestützte Verfahren kommen zunehmend ergänzend zum Einsatz.

Zur individuellen Risikobeurteilung gehören außerdem Blutzucker, Blutfette und Nierenwerte. Je nach Beschwerden, Vorgeschichte und Fragestellung kann zusätzlich ein Ultraschall der Bauchorgane oder der Schilddrüse sinnvoll sein.

Entscheidend ist am Ende aber nicht die Anzahl der Untersuchungen, sondern was die Ergebnisse für die einzelne Person bedeuten: Was ist unauffällig? Wo bestehen Risiken? Was sollte weiter abgeklärt werden – und was kann man selbst für seine Gesundheit tun? Eine individuelle Vorsorge verbindet medizinische Diagnostik mit persönlicher Beratung. Sie richtet den Blick nicht nur auf einzelne Befunde, sondern auf deren Zusammenhänge – und damit auf den Menschen als Ganzes.

„Nicht jeder Mensch braucht dasselbe – aber jeder Mensch sollte wissen, welche Aspekte seiner Gesundheit besondere Aufmerksamkeit verdienen.“
- Dr. Hannes Stoll

 

ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran - Bozen

Dr. Hannes Stoll, Facharzt für Innere Medizin, Additivfach Nephrologie 

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